
Prinzessin Rosalina tauschte ihre Schlösschen-Pantoffeln gegen matschige Gummistiefel. An ihrem ersten hellen Morgen trug sie einen Korb Äpfel an der roten Scheune vorbei, um die Tiere zu füttern.

Die Schafe blökten, die Hennen gackerten, und Prinzessin Rosalina lächelte, als sie die Äpfel verteilte. Da drehten sich plötzlich alle Tiere zum Heuboden um, wo eine winzige goldene Feder durch das Sonnenlicht herabschwebte.

Prinzessin Rosalina stellte ihren Apfelkorb ab und hob die Feder auf. Ein warmes Kitzeln lief durch ihre Finger, und drei ordentliche Hufabdrücke erschienen im Staub und führten hinter die Scheune.

Die Hufabdrücke endeten an einem schiefen Tor neben dem Tiergehege. Prinzessin Rosalina drückte vorsichtig dagegen, doch das Tor hing fest zu. Also durchsuchte sie das Gras und fand ein leuchtend rotes Band, das an einem Dorn festhing.

Das Band passte zu einer losen Befestigung am Tor. Prinzessin Rosalina schlang es um den Riegel, und das Tor schwang auf – dahinter lag ein kleines Lamm, sicher zusammengerollt im hohen Gras.

Prinzessin Rosalina trug das Lamm zurück zum Gehege, doch die goldene Feder begann in ihrer Handfläche zu leuchten. Ihr Licht zeigte auf das Dach der roten Scheune, wo ein leises Flattern das Heu bewegte.

Noch vor dem Frühstück drängen sich die Hoftiere um Prinzessin Rosalina, ihre Nasen zum Hügel gereckt. Ein leerer Stall und ein verstreuter Futterkorb zeigen, dass jemand – oder etwas – Hilfe braucht, bevor die Sonne untergeht.

Prinzessin Rosalina hob die goldene Feder, und ihr warmer Schein strich über den staubigen Hof. Das Licht blieb bei einer lockeren Leiter stehen, die an der Scheune lehnte, während die Tiere sich dicht versammelten, um zu helfen.

Die Schafe drückten sich gegen die Füße der Leiter, während die Kuh sie mit einer breiten Schulter stützte. Prinzessin Rosalina kletterte vorsichtig hinauf und folgte einer Spur goldener Federn zum Scheunendach.

Hinter dem Schornstein des Heubodens fand Prinzessin Rosalina Pip, ein winziges Zicklein, das sich in einem roten Futtersack verheddert hatte. Pip war zu hoch hinaufgeklettert und konnte den Weg nach unten nicht finden, doch das Leuchten der Feder zeigte Prinzessin Rosalina, wo sie ziehen musste.

Der Knoten lockerte sich, doch der Sack rutschte zum Rand des Daches! Prinzessin Rosalina packte Pips rotes Band, und die wartenden Tiere zogen die Leiter näher heran, bis Retterin und Zicklein beide eine sichere Sprosse erreichten.

Wieder im sonnigen Hof schmiegte sich Pip an den leeren Stall, und alle Tiere ließen sich glücklich um ihn herum nieder. Prinzessin Rosalina steckte die goldene Feder in ihren Korb und verteilte dann die Äpfel, während das kleine Glöckchen des geretteten Zickleins wie ein Dankeschön klingelte.